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 Verantwortung macht Schule!

Verantwortung an der Käthe Kollwitz-Gesamtschule Leverkusen

Viele Pädagogen wissen es:

Wenn ihre Schülerinnen und Schüler den Ernst der Lage erkannt haben, sind sie plötzlich wie ausgewechselt. Sei es im Betriebspraktikum, oder in einem Altenpflegeprojekt während der Projektwoche, von externer Seite kommt häufig unerwartet Anerkennung und Lob über das Verhalten und die Einsatzbereitschaft ihrer Schüler.

Was ist anders, was unterscheidet außerschulische Lernorte von den innerschulischen? Warum verhalten sich Schülerinnen und Schüler verantwortungsbewußter als in der Schule? Wie können wir dieses sozial erwünschte Verhalten auch in der Schule erzeugen? Welche Möglichkeiten hat Schule, den „Ernst der Lage“ sprich konkrete Verantwortung zu entwickeln und verantwortliches Handeln von Schülerinnen und Schülern auch innerhalb der Schule, zu fördern?

Sozial vorbildliches Verhalten, kennen wir glücklicherweise von einigen unserer Schüler, aber die Mehrheit fragt: Was krieg ich denn dafür, wenn ich das jetzt mache? Anerkennung? Lob? Eine bessere Kopfnote? Schule ist in dieser Frage oft hilflos, appelliert an moralische Gebote des Miteinanders, „jeder müsse mal ran“ und wundert sich, warum der Einzelne nicht das Ganze sieht.

Konkrete Verantwortung übernehmen heißt sich einlassen auf einen Prozeß, der eben nicht nur Spaß macht, dann aber nach getaner Arbeit auch eine Belohnung verheißt.

Viele Schulen gehen in diesem Bereich schon neue Wege, öffnen sich dem Stadtteil, organisieren Umweltprojekte, starten Hausaufgabenhilfe von Schülern für Schüler, führen mit ihren Schülern Computerkurse für Senioren durch, oder organisieren bezahlte Toilettenaufsichten, die ältere Schüler durchführen. Gemeinsam ist all diesen erfolgreichen Projekten, dass die Schüler und Schülerinnen, die daran teilnehmen, eben auch ein persönlicher Gewinn in Aussicht steht.

Seit über 20 Jahren führt die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Leverkusen ein Sozialpädagogisches Grundpraktikum für Oberstufenschüler durch. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren bieten SchülerInnen der SEK II Arbeitsgemeinschaften für die Kinder der Jahrgangsstufen 5 und 6 im Ganztagsbereich der Schule an. Das Projekt wurde 2005 von über 200 Schulen im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs für Gute- Praxis- Beispiele an Ganztagschulen, ausgerichtet von der Kinder- und Jugendstiftung Berlin, zu den besten 10 Modellen erkoren.


Warum ist dieses Projekt erfolgreich? Die Schülerinnen und Schüler erhalten nach kontinuierlich erfolgreicher Teilnahme ein anerkanntes Praktikumszertifikat, dass ihnen mit dem Abitur den Zugang zur Fachhochschule ermöglicht. Und ganz nebenbei hat sich dieses Zertifikat auch als hervorragende Referenz bei Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz „bezahlt“ gemacht.

"Aktivitäten von Schülergruppen im Ganztagsbetrieb können auch, dem Alter bzw. dem Entwicklungsstand und der Ausprägung des Verantwortungsbewußtseins der Jugendlichen entsprechend, von Schülerinnen und Schülern selbst geleitet werden."

(Runderlaß vom 16.12.2005 Ganztagsschulen in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I)

Ziel unserer Initiative ist, Verantwortungsprojekte, die sich bewährt haben, einer breiteren schulischen Öffentlichkeit vorzustellen, Erfahrungsberichte auszutauschen und bei entsprechender Resonanz eine Fachtagung zum Thema zu organisieren.

Josef Bayer-Ruf
Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Leverkusen-Rheindorf


Kontakt: Mira Rübsamen

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