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 Best Practice: Das Laptop-Projekt am Evangelisch Stiftischen Gymnasium in Gütersloh


Ziele
Durch die Arbeit mit Laptops kommt es zu mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung bei den Schülerinnen und Schülern. Es entstehen bessere Möglichkeiten der Differenzierung in den Formen und in der Geschwindigkeit des Lernens. Nicht zuletzt ergibt sich ein höheres Maß an Authentizität und Aktualität des Unterrichtsmaterials. Es geht also nicht in erster Linie um die Vermittlung technischer Fertigkeiten, im Laptop Projekt geht es darum, Lehren und Lernen zu verbessern.


Beschaffung
Seit dem Februar 1999 werden jeweils drei von fünf Parallelklassen der Jahrgangstufe 7 mit Laptops ausgerüstet. Diese werden persönliches Eigentum der Schülerinnen und Schüler bzw. der Eltern. Die Eltern zahlen mit einer Monatsrate von € 38,- über vier Jahre für die Hardware, die erforderliche Software , Versicherungsschutz und Garantieverlängerung für die Hardware auf fünf Jahre. Eltern, die diesen Betrag nicht aufbringen könne, werden durch einen Sozialfonds in jeder Klasse unterstützt.

Nutzung im Unterricht
Die tragbaren Computer werden im Unterricht immer dann eingesetzt, wenn es aus pädagogischer Sicht und von der Sache her erforderlich ist und einen pädagogischen Mehrwert verspricht. Sie werden in allen Unterrichtsfächern eingesetzt, die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik sind „Kernfächer“ für dieses Projekt.

Durch den regelmäßigen und kontinuierlichen Einsatz eines derart persönlichen Computers ändern sich Lehren und Lernen nachhaltig: Methoden und Sozialformen des Unterrichts können erheblich mehr ausdifferenziert werden als im traditionell lehrerzentrierten Unterricht und die Schülerinnen und Schüler können deutlich selbstständiger arbeiten. Das Arbeiten im Team und in Projekten kann sich zur regelmäßig geübten Unterrichtsform entwickeln. Viele Themen, die bisher kaum oder gar nicht im Unterricht behandelt werden konnten, erschließen sich.

Infrastruktur
Die Schülerinnen und Schüler müssen auch für das Funktionieren der technischen Infrastruktur Verantwortung übernehmen. Der Computer selbst befindet sich ständig und auf Dauer in der Hand der Schülerinnen und Schüler. In schwierigeren Fällen stellt die Schule technischen Support und Hilfe zur Verfügung. Eine Gruppe von ca. 20 Schülerinnen und
Schülern der Jahrgangsstufen 7 – 11 betreut unter Anleitung zweier Kolleginnen die technische Infrastruktur.

Vereinbarungen und Regeln
Das Laptop - Netzwerk weist eine sehr offene Struktur auf: jeder Nutzer hat Zugriff auf sein eigenes Home - Verzeichnis. Dort sollen die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit sichern, damit sie im Falle eines Schadens ihre Arbeitsumgebung rekonstruieren können. Es gibt aber auch ein gemeinsames „Tauschverzeichnis“ für die ganze Klasse.

In dieser offen Umgebung kann nicht durch technische Vorkehrungen sichergestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler die Funktionsfähigkeit des Systems absichtlich oder unabsichtlich beeinträchtigen. Daher werden gleich zu Beginn der Klasse 7 die Verhaltensregeln ausführlich mit den Eltern und Kindern besprochen. Alle Schülerinnen und Schüler und deren Eltern unterschreiben entsprechende Erklärungen.

Evaluation
Drei Jahre lang wurde das Projekt von einem Team der Freien Universität Berlin wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse dieser Evaluation und eigene Beobachtungen zeigen, dass mit dem Projekt zentrale Elemente von Schulentwicklung realisiert werden.

Durch das Projekt wird Unterricht nachhaltig verändert: Schüler schreiben mehr und bessere Texte. Der Fachleistungsvergleich mit Nicht – Laptop – Klassen ergab in den Fächern Deutsch und Mathematik (nur diese wurden überprüft) signifikant bessere Leistungen.

In den Laptop – Klassen wird deutlich mehr interdisziplinär gearbeitet. Neue Formen der Präsentation von Unterrichtsergebnissen entwickeln sich zum Standard. Schülerinnen und Schüler verbessern ihr „lernstrategisches Wissen“ und die daraus resultierenden Fähigkeiten.

Dass die Schülerinnen und Schüler in diesen Klassen in den Fertigkeiten zur Nutzung der Hard- und Software deutlich besser sind, verwundert nicht. Bemerkenswert ist jedoch, dass es bei ihnen in dieser Beziehung keinen Unterschied mehr zwischen Jungen und Mädchen gibt.

Qualifizierung
Der Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer wird in diesem Projekt ein besonderer Stellenwert beigemessen. Die Überwindung traditioneller Unterrichtsformen zugunsten offener, differenzierender und schülerorientierter Methoden verlangt mehr als nur das Beherrschen des Computers und der eingesetzten Software.

Qualifizierungsmaßnahmen finden hausinter und mit möglichst geringem organisatorischem Aufwand statt. Auf diese Weise gelingt es, auch solchen Kolleginnen und Kollegen die Arbeit in den Laptop - Klassen zu ermöglichen und ihnen die erforderliche Sicherheit zu geben, die nicht von Anbeginn an bereits alle Feinheiten der einzusetzenden Software beherrschen.


Weitere Informationen zum Projekt
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